Virtuelle Jugendarbeit

Ein Angebot der Regionalen Kinder- und Jugendfachstelle Täuffelen – Ins – Erlach

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Schulmodul zu Neuen Medien – ein Beispiel

Ich wurde in der letzten Zeit oft gefragt, „Wie geht ihr zum Thema Neue Medien in die Schulen“. Im vorliegenden Beitrag werde ich unser Modul „Ich und das Netz – Praktische Tipps“, welches wir von der 5. bis zur 7. Klasse anbieten, vorstellen. Das Modul besteht aus einem Teil mit der Schulklasse und einem Elternabend im Anschluss.

Wer nach lesen dieses Textes gerne mehr darüber erfahren möchte, darf sich direkt mit mir in Verbindung setzen.

Beschrieb „Ich und das Netz – praktische Tipps“
Jugend online und Neue Medien – Kompetenzen erwerben im Umgang mit Social Communities, Chat, Apps, Youtube, etc.

Zielsetzung:

Kennenlernen und Informationen erhalten über…

  • Grundsätze und Regeln im Internet
  • Werkstattarbeit zu Themen wie „Soziale Netzwerkseiten“, „Handy“, „Gamen“, „Chat“, „Fotos 
im Netz“, „Videos und Musik“, „Spuren im Netz“, „Internet allgemein“
  • Verhaltensregeln bei Vorkommnissen; rechtliche Aspekte
  • Die SuS (Schülerinnen und Schüler) kennen das Angebot der Jugendarbeit, um sich bei Problemen Hilfe zu holen

Pädagogische Zielsetzungen
:

  • Die SuS reflektieren ihr eigenes Verhalten im und mit dem Netz
  • Die SuS wissen um ihre notwendigen Verbesserungenschritte und können diese alleine umsetzen
  • Jede Klasse erarbeitet für sich einen „Netz-Codex“, welcher ihre internen und eigenen Abmachungen 
untereinander im Zusammenhang mit dem Internet festhält; der „Netz-Codex“ hängt im
 Klassenzimmer
  • Die SuS erarbeiten Wissen und präsentieren dieses der Klasse und anhand von Plakaten den Eltern am
 Elternabend

Methoden
:

  • Gruppenarbeiten und –spiele; Einzelarbeiten
  • Film „Netzangriff“ 45’; diverse Kurzfilme je nach Werkstattschwerpunkte
  • Werkstätte zu den einzelnen Themen, die immer auch miteinander in Verbindung stehen
  • Referat der Fachpersonen
  • Allenfalls Rollenspiele, Bewegungssequenzen, Aktivierungsspiele
  • Auswertung, Komplimente und Stärkung der Gruppe(n) anhand des „Netz-Codex“

Zeitaufwand:

5 bis 
6 Lektionen

Ablauf:

Warming up

  • Sich gegenseitig kennenlernen
  • Interaktionsspiel zur Frage: „Welches Potential ist im Bezug zu den Neuen Medien bei den SuS vorhanden?“
  • aktueller Kurzfilm, z.B. „Steffi gefällt das
  • Anliegen und Fragen aus den Klassen sammeln (In 2er oder 3er Gruppen, geschlechtergetrennt aufschreiben)

Film „Netzangriff“ 1. Teil – Problemlage

  • Erkennen von Konsequenzen und Problemstellungen bei Nichteinhalten von Grundsätzen und Regeln im Internet

Werkstätte zu Themenblöcken und anschl. Präsentation vor Klasse

  • Aufgrund der Fragen und Anliegen passend zusammen gestellte Themenblöcke durch die Jugendarbeit
  • Gruppenarbeiten mit Arbeitsblättern, Informationsmaterial, Wissenstools, allenfalls praktischen online Beispielen, usw. zum jeweiligen Themenblock
  • Plakat oder Präsentation erstellen mit den wichtigsten Hinweisen, Merkpunkten, Regeln, usw. und diese der Klasse präsentieren (Plakat wird von Fachpersonen an den Elternabend mitgebracht)

Pause (idealer weise Mittagspause)

Film „Netzangriff“ 2. Teil – Lösungsfindung

  • Handlungsansätze und mögliche Schritte für Jugendliche werden gezeigt

Wissensinput der Fachpersonen

  • Referatsteil; noch nicht genannte Punkte werden aufgegriffen und erklärt
  • Fehlende Antworten geliefert

„Netz-Codex“ der Klasse erarbeiten

  •  Eigene interne Abmachungen schriftlich festhalten und im Klassenzimmer aufhängen (in der Regel 4 bis 6 Abmachungen)

Kurze Auswertung mit Schlussrunde

Haltung der Fachpersonen

Wir gehen davon aus, dass Jugendliche fit sein müssen fürs Internet da dies Medium mittlerweile einen festen Stand in unserer Gesellschaft geniesst. Kinder und Jugendliche müssen stetig und sorgsam auf die Nutzung vorbereitet werden und dies beginnt bereits im Kindesalter, wenn die ersten Spiele gespielt, die ersten Recherchen für die Schule im Internet gemacht werden müssen oder ein Gerät wie beispielsweise der ipod touch den Weg ins Kinderzimmer findet.
Fit sein bedeutet für uns, Wissen haben und anwenden können, Chancen von Onlinemöglichkeiten kennen und gezielt einsetzen, Risiken aufzeigen und benennen und zwischen der realen und virtuellen Welt eine Brücke zu sehen, die es immer wieder zu überqueren gilt.
In der Oberstufe sollten Schüler/innen selbständig im Internet recherchieren und sich von „gefährlichen“ Inhalten distanzieren können.
Wichtiges Leitmotiv: zuerst ÜBERLEGEN, dann KLICKEN! oder entsprechend NICHT KLICKEN oder WEGSCHAUEN!

Der Computer, Fernseher und das WLAN gehören nicht ins Kinderzimmer und ipods oder Smartphones brauchen diesbezüglich entsprechende Regeln und Kontrollen!
Im Jugendzimmer dagegen sind klare Abmachungen oder kleine Verträge zwischen Eltern und Jugendlichen über Onlinezeiten, erlaubten und nicht erlaubten Seiten oder Kontrollen/ Konsequenzen bei Vertrauensbruch oder Misstrauen empfehlenswert und sinnvoll.
Wichtiges Leitmotiv: Kindersicherungen sind eine Möglichkeit Grenzen zu setzen – Gespräche und Verhandlungen besser!

Modalitäten Voraussetzungen

  • Die Lehrpersonen haben vom Angebot der Regionalen Offenen Jugendarbeit Kenntnis und wissen welche Inhalte die Jugendarbeit abdecken kann.
  • Die Lehrpersonen betten das Modul „Ich und das Netz – praktische Tipps“ in ihre Arbeit zu diesem Thema wenn immer möglich ein.
  • Die Fachpersonen der regionalen Jugendarbeit übernehmen im Modul nicht die Rolle der Lehrperson sondern bieten eine Ergänzung und eine Vertiefung des Themas „Neue Medien“ an.
  • Diese Einheit wird nicht benotet.
Leistungen
Das Angebot der Jugendfachstellen ist in den jeweiligen Anschlussgemeinden für die Schulen kostenlos. Es ist integrierter Bestandteil der ASIV (Verordnung über die Angebote der sozialen Integration des Kantons Bern) und somit Auftrag der Jugendarbeit. Allfällige Kosten für Infomaterial und Broschüren, usw. gehen zulasten der Jugendfachstelle.

Elternabend

Der Elternabend im Anschluss dauert in der Regel 2 Stunden. Nach einem Kurzen Einstieg mit einem Referat über die Themenbereiche der Neuen Medien in der Pädagogik (ca. 15 Minuten) besichtigen die Eltern die Plakate der SuS.

Im Anschluss sammeln wir mit Hilfe eines für alle sichtbaren Mindmap die Fragen der Eltern. Im darauf folgenden Referatsteil gehen wir nur auf diese Fragen ein. Dabei verzichten wir auf eine Umfassende Information aller relevanten Themenbereichen.

Am Schluss stellen wir noch einige Bücher und Broschüren vor und erläutern den „Netz Kodex“ der Klasse.

Diese Form der Elternabende haben den Vorteil, dass Eltern zusammentreffen, die im Alltag oft mit den Selben Themen zu tun haben (ihre Kinder gehen zusammen in die selbe Klasse). So erstaunte es uns nicht, dass auch die Fragen oft sehr ähnlich waren.