Virtuelle Jugendarbeit

Ein Angebot der Regionalen Kinder- und Jugendfachstelle Täuffelen – Ins – Erlach

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Das Handy – das Lebenszentrum der Jugendlichen?

Der Handyumgang der eigenen Kinder und Jugendlichen beschäftigt Eltern heute intensiv. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass in den Elternworkshops die meisten Fragen den Umgang mit dem Handy betreffen.

Quelle Pixabay

Quelle Pixabay

Viele Kinder sind in der 4. Klasse bereits stolze Besitzer/-innen eines Smartphone, damit haben sie Zugang zur ganzen Welt!
Sie fotografieren, hören Musik, besprechen sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen und schauen interessante Videos an. Andere spielen Computerspiele, alleine oder im Falle von Onlinespielen wie Clash of Clans mit 5 Millionen anderen. Vielleicht lernen sie auch mit hilfreichen APP’s für die Schule oder produzieren ihre eigene Musik. Unterwegs teilen sie über Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Kik oder Instagram Erlebtes mit ihren Freunden. Das eigene Handy ist für Kinder und Jugendliche ein unabdingbarer Alleskönner.

Wie sollen Eltern damit umgehen?

Idealerweise tauschen sich die Eltern einer Klasse zu diesem Thema aus. In den Mittelstufenworkshops zu Neuen Medien stelle ich fest, dass die Unterschiede in dieser Altersgruppe sehr gross sind. In einigen Klassen besitzen fast alle Kinder ein Smartphone und in anderen Klassen hat fast kein Kind ein solches Gerät.
Ein grosses Thema sind die mobilen Daten – denn ein Smartphone ohne mobile Daten ist nur ein halbes Smartphone. In unserer Arbeit stellen wir fest, dass die Kinder nicht immer verantwortungsvoll mit all den mobilen Daten umgehen können und sich die Eltern oft ihrer Verantwortung nicht bewusst sind (z.B. Verfügbarkeit von Porno Videos, uvm.).

Wichtige Empfehlung: Keine unlimitierten Handyabos oder grossen Datenpaketen für die Geräte der Kinder!

Viele Fragen beziehen sich auch auf die Sozialen Netzwerke. Welches ist sicher? Welche Gefahren bestehen? Was gilt es zu beachten? Kurz zusammengefasst, all diese Dienste laufen über das Internet – unterwegs braucht man dazu mobile Daten, zu Hause ein WLAN. Die gesamte Kommunikation im Netz ist kaum zu löschen.

Die Empfehlung: Eltern erstellen zusammen mit ihrem Kind ein Profil in einem der Sozialen Netzwerke, lesen die allgemeinen Geschäftsbestimmungen und legen entsprechende Regeln fest – z.B. Kinder dürfen eigene Bilder nur hochladen, wenn sie diese zuvor den Eltern gezeigt haben.

Bei vielen Sozialen Netzwerken erteilt man mit dem Hochladen eines Bildes dem Dienstleister die Rechte, diese Bilder zu verwenden. So besteht die Möglichkeit, dass die hochgeladenen Bilder von der ganzen Welt gesehen werden könnten, theoretisch.

Weitere Empfehlung: Die Eltern sollten sich zwischendurch die Profile der Kinder zeigen lassen.

Ein anderer Themenbereich sind die APPs (die Programme auf dem Gerät). Welche sind geeignet? Was gilt es hier zu beachten?

Die Empfehlung: Kindern die Möglichkeit sperren, sich selbständig Programme auf das Smartphone zu installieren, auch keine Gratisprogramme oder in APP Käufe.

Will ein Kind eine APP installieren, so kann man auch hier zusammen besprechen unter welchen Bedingungen das möglich ist.

smartphone-597284_1280Trotz all den anspruchsvollen Themen ist es wichtig, dass Eltern diese Geräte und Möglichkeiten nicht pauschal verurteilen, sondern über Inhalte und Verhalten diskutieren, klare Grenzen vorgeben und den Kindern und Jugendlichen im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Handlungsspielraum immer wieder anpassen. Sich treu bleiben, auf die innere Stimmen hören ist dabei das oberste Credo.

Empfehlung: Eltern erstellen zusammen mit ihren Kindern und Jugendlichen einen Handvertrag. Die Regeln werden dort so ausgehandelt, dass die Eltern ein gutes Gefühl haben und die Kinder und Jugendliche „damit leben können“. Dieser Vertrag wird dann regelmässig angepasst.

Weiterführende Links:

10 Goldene Regeln – Schau hin

Swissmomforum – Diskussion zum Thema Handyregeln

Mediennutzungsvertrag.de – Onlinehilfe zum Erstellen eines Handvertrages

 

Whatsapp vs. KIK – was ist gefährlicher?

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Quelle: pixabay.com

Anonyme Anmeldung bei Kik-App nutzt Triebtätern

Polizei und Jugendschützer warnen vor der neuen „Kik“-App, da sie offenbar ein beliebter Umschlagplatz für Pädophile ist.

Im Gegensatz zu Whatsapp ist man bei Kik nicht mit seiner Telefonnummer oder dem richtigen Namen angemeldet, sondern mit einem Nickname, der es einem erlaubt, anonym mit fremden Personen in Kontakt zu treten.

Solche Schlagzeilen machten im Jahr 2013 in vielen Medien die Runde. Aber wie ist das nun wirklich? Ist KIK gefährlich und Whatsapp nicht?

Tatsächlich ist es für Menschen mit unlauteren Absichten und für Kinder mit einem IPod Touch einfach eine KIK Identität zu erstellen, während es für Whatsapp eine Telefonnummer braucht, braucht es bei KIK lediglich eine Emailadresse. Diese kann man relativ einfach und ohne direkte personenbezogene Spuren zu hinterlassen bei einem Anbieter eröffnen. Cyber-Grooming (Gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel der Anbahnung sexueller Kontakte, im deutschsprachigem Raum primär mit Minderjährigen Quelle: Wikipedia) wird so einfach.

Doch wie findet ein potentieller Täter sein Opfer? Bei KIK hat jede Nutzerin, jeder Nutzer einen Nickname. Erst wenn ein potentieller Täter diesen kennt, kann er mit dem Opfer in Verbindung treten und auch dann nur, wenn das Opfer dieses in Verbindung treten auch zulässt (für jeden neuen Chat gibt es zuerst eine Chat Anfrage die angenommen werden muss).

Eine Gefahr besteht also erst dann, wenn Kinder und Jugendliche ihren Nickname irgendwo veröffentlichen oder sich nicht an die Grundregeln bei der Wahl eines Nicknames halten (Fantasynamen der keine persönliche Angaben beinhaltet).

Beispiel (frei erfunden):

„Anita ist 10 Jahre alt. Ihr KIK Nickname lautet „anita10“. Auf ihrem Instagram Profil hat sie ihren Nikname für alle sichtbar gepostet. Zusätzlich hat sie bei der Installation der APP Instagram die Ortung nicht deaktiviert.

Herr Sexualstraftäter findet sie jetzt auf Instagram. Anita gefällt ihm auf anhieb – dies schreib er mit einem Kommentar unter ein Selfie. Anita fühlt sich geschmeichelt.

Herr Sexualstraftäter findet nun ihren Nickname und erahnt dadurch auch Anitas Alter. Er klickt auf das Symbol für Ortungsdaten und findet heraus, wo Anita die meissten Bilder hochgeladen hat. So erahnt er, wo Anita wohnt.

Via KIK nimmt er mit ihr Kontakt auf, dort heisst er toni11. Er erwähnt wie toll er ihr Bild auf Instagram gefunden hat. In der Annahme, toni11 sei ein netter Junge geht Anita auf diese Chateinladung ein und kommt so mit Herrn Sexualstraftäter in Kontakt. Mittels gekonnten Fragen findet dieser heraus wann Anita alleine zu Hause ist und plant so einen Besuch ….“

Kinder und Jugendliche posten in der Regel nie ihre Handynummer online – sind sich aber nicht bewusst, dass der KIK Nickname den selben Stellenwert hat! Entsprechende Aufklärung ist hier also Elementar.

Die viel verbreitetere Gefahr, in einem Gruppenchat beleidigt oder „gemobbt“ zu werden besteht gleichermassen, egal ob Whatsapp, KIK oder sonst einen Messenger.

twitter-292993_1920Mein Rat, KIK, Instagram, Whatsapp und Co. Als Eltern eng begleiten. Müsste ich einen Messenger empfehlen, so wäre das Threema. Nicht weil der bezüglich Cybermobbing sicherer ist, aber weil dort die Kommunikation für den Dienstleister nicht einsehbar ist.

Altersangaben:

Whatsapp

Aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen:

„9. Ability to Accept Terms of Service

You affirm that you are either more than 16 years of age, …“

App Store:

„Kennzeichnung: 4+“

Google Play Store

„Pegi 3“

KIK

Aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen:

„…You must be at least 13 years old to use any Site or Product…“

App Store:

„Kennzeichnung: 17+“

Google Play Store

„Begleitung eines Erwachsenen“

 

Wie funktioniert das Internet

Das Internet gibt es schon sehr lange. Erfunden wurde es ca. 1969, seit 1989 haben theoretisch alle Zugang dazu. Aber wo ist es?

Die Idee, es sei in einem geheimen Raum irgendwo in Amerika mit dicken Mauern oder sogar irgendwo im Weltall wo man via Satellit draufkommt hat richtige Ansätze, die Antwort ist aber viel einfacher:

Das Internet ist beinahe überall – denn alle Computer, Smartphones, Tablets, Server, etc. die mit dem Internet verbunden sind, sind das Internet. Oder genauer, die Kabel, Satelliten oder Handyantennen mit den damit verbundenen Geräten, bilden das Internet. Das WWW vor einer Internetadresse bedeutet nämlich world wide web (Welt weites Netz).

Dabei unterscheidet man zwischen den Server – den Geräten die Inhalte bereitstellen (z.B. die Server von Google, Facebook, Instagram, WhatsApp, Clash of Clans, Kik, … oder auch dein Smartphone, wenn es z.B. als Minecraft Host dient) und den Geräten, die diese Inhalte nutzen (Client).

Sendest du also ein Foto über WhatsApp an deinen Freund oder deine Freundin, so wird das Foto von deinem Smartphone auf den Server von WhatsApp (wahrscheinlich in Amerika) geladen und dort gespeichert. Anschliessend bekommt dein Freund oder deine Freundin eine Kopie dieses Bildes. Dein Bild ist nach dieser Aktion also zumindest auf drei Computern gespeichert (zwei Smartphones und einem Server).

Computerspiele – Wie sich Eltern informieren können

In meiner Arbeit bei der Regionalen Kinder- und Jugendfachstelle Täuffelen-Ins-Erlach arbeitete ich im letzten Jahr oft mit Kindern der 4. Bis 6. Klasse. Dabei stellte ich fest, dass viele Kinder Spiele spielen, die nicht für ihr Alter geeignet sind. An verschiedenen Elternabenden zum Thema „Neue Medien“ wurde mir klar, dass es vielen Eltern schwierig fällt, sich zum Thema Computerspiele zu informieren. So habe ich mich entschlossen, hierzu ein wenig zu schreiben.

Verwirrung entsteht nicht zuletzt durch die verschiedenen Altersangaben der jeweiligen Anbieter. Hierzu eine Übersicht der grössten Prüfstellen:

FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) www.fsk.de
Die FSK ist eine deutsche Organisation der Filmwirtschaft die hauptsächlich Altersfreigaben für Filme definiert.

PEGI (Pan European Game Information) www.pegi.info/de

PEGI gibt Tipps, welche Spiele für welche Altersgruppe geeignet sind. PEGI wird europaweit unterstützt und gilt als Modell für die europäische Harmonisierung im Bereich Jugendschutz. PEGI Symbole geben nicht nur Auskunft über Altersempfehlungen sondern auch über Spielinhalte.
pegi
USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle)
Die USK ist eine freiwillige Einrichtung der Computerspielwirtschaft in Deutschland. Die Altersfreigaben der USK richten sich nach dem deutschen Jugendschutzgesetz. Die Spielhersteller können dort gegen eine Gebühr ihre Spiele einstufen lassen.

Weitere, Bsp. CERO (Computer Entertainment Rating Organization) www.cero.gr.jp/e
Die CERO erwähne ich an dieser Stelle als Beispiel vieler weiterer grossen Kontrollstellen. Sie ist eine japanische Institution und prüft dort ähnlich der PEGI Videos und Computerspiele. Es gibt auch noch ELSPA (Entertainment and Leisure Software Publishers Association) aus Grossbritanien, ESRB (Entertainment Software Rating Board) aus Nordamerika, GRB (Game Rating Board) aus Südkorea, usw.

bild_blogApp Store von Apple, Play Store von Google
Auch die mittlerweile wohl grössten Anbieter von Computerspielen haben für ihre Downloads Altersempfehlungen definiert. Im Play Store unter „Einstufung des Inhalts“ (die Entscheidung, ab welchem Alter zB. „Stufe 2 – Mittel“ sinnvoll ist, liegt beim Nutzer) und im App Store findet man beim Namen des Spieles eine kleine Zahl in einem Kasten die Aufschluss über die Empfohlene Altersfreigabe gibt.

Durch die vielen unterschiedlichen Prüfstellen kann es vorkommen, dass auf einem Spiel verschiedene Altersfreigaben notiert sind. So bleibt es schlussendlich den Eltern überlassen über ihre eigene „Altersfreigabe“ zu entscheiden.

Welchen Rat kann nun ich persönlich den Eltern mitgeben?
Nach vielen Diskussionen und Recherchen bin ich der Meinung, die Altersangaben sind grundsätzlich ernst zu nehmen. Besonders hilfreich finde ich die PEGI Angaben. So ist sicher, dass ein Spiel mit der PEGI Einstufung „18“ nicht für Kinder der 5. Klasse geeignet ist.
Will man sich aber persönlich eine Meinung bilden, so kann man auf Youtube mit dem Zusatz „let’s play …“ Videos suchen, die den Spielverlauf zeigen.
Weiter gibt es gute Seiten, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. So bietet www.bupp.at gute und aktuelle Informationen zu den wichtigsten Spielen für alle Geräte. Dort findet man nicht nur Altersangaben von PEGI sondern auch bupp.at eigene. Die Spiele sind auch beschrieben und bei vielen gibt es sogar Pro und Kontra Punkte, die einen Entscheid vereinfachen. Besonders hilfreich ist, sie bewerten nicht nur Spiele für Konsolen und Computer sondern auch App Spiele.
Lässt man die Kinder ein neues Spiel installieren (ich würde die Geräte so konfigurieren, dass Kinder diese nicht ohne Wissen der Eltern installieren können), begleitet man sie am besten auf ihren ersten Spielgängen.

Instagram

Im ROJA Gebiet stellen wir einen neuen Trend fest – Instargam hat sich als neue App fest hier angesiedelt. Für viele ist es eine unkomplizierte und einfache Möglichkeit Fotos in schöner Form mit den Freunden zu teilen.
Instagram war im Oktober 2010 erstmals im App Store erhältlich und seit April 2012 gibt es die App auch für Android Geräte. Im April 2012 wurde Instagram, das Unternehmen hatte damals laut Wikipedia 12 Mitarbeiter, für die absurde Summe von 1 Milliarde US Dollar von Facebook gekauft.

Was kann man mit Instagram?
Foto 2Instagram ist eine Foto App – man kann damit fotografieren. Das Schöne, die Bilder können mit tollen Filtern in richtige Kunstwerke verwandelt werden. Ist man mit einem Bild zufrieden, so lädt man dieses auf’s Netz. Dort angekommen, können Freunde das Bild anschauen und mit netten Kommentaren versehen.
Ein schönes Instagramprofil gleicht also einer kleinen Kunstgalerie. Diese Kunstgalerien kann man abonnieren – so bekommt man jedes neu hochgeladene Bild auf die eigene Seite.
Foto 1Eine wichtige Funktion ist der Schalter “Beiträge sind privat“. Stelle ich diesen auf „AN“, so sehen nur diejenigen meine Fotos, die dazu meine Erlaubnis haben.

Welche Spielregeln gelten für Instagram?
Beim eröffnen eines Profiles drückt man ja auf den Knopf „akzeptieren“. Damit bejaht man die Nutzungsbedingungen (sind zusammen mit den Privatsphäreangaben mehr als 7000 Wörter oder 10 Seiten A4 in Englisch) von Instagram. Darin steht unter anderem folgendes:

  • Du solltest 13 Jahr alt sein
  • Du lädst nur Bilder hoch, die dir gehören. Sind andere auf diesen Bildern, so geben dir diese ihr Einverständnis zum hochladen.
  • Du lädst keine gewalttätigen , nackt, teilweise nackt , diskriminierend, rechtswidrig, verletzen , hasserfüllt , pornografische oder sexuell anzügliche Fotos oder andere Inhalte auf dein Profil
  • Instagram darf deine Bilder für gewisse Zwecke verwenden (für was genau ist recht kompliziert, am besten gehst du davon aus, die Bilder dürfen für alles gebraucht werden und erscheinen im Extremfall irgendwo auf der Welt)

Ein guter Tipp dazu: Stell dir vor, dein Klassenlehrer oder deine Klassenlehrerin schaut sich dein Profil an. Wenn du nun neben dieser Person stehen würdest, ohne rot zu werden, dann bist du gut auf Instagram unterwegs.

Abo’s und Abonnenten
Ein weit verbreitetes Hobby unter Kinder und Jugendlichen ist das Sammeln von Abonnenten. Ganz klar, je mehr sich für mich interessieren, desto besser?!
Wenn wir uns ein Profil anschauen, dann schauen wir zuerst die schönen Fotos an. Anschliessend gucken wir auf diese Zahlen. Ein berühmter Künstler hat in der Regel extrem viele Abonnenten, er will dort auch für seine Kunst werben.
Hast du 20 Abonnenten (und ähnlich viele Abo’s) und kennst diese alle auch ausserhalb von Instagram, so bekommst du eine gute Note. Ist dein „Beiträge sind privat“ – Schalter noch auf „AN“, eventuell sogar die Note 6. Bedenklich ist dein Profil dann, wenn du extrem viele Abonnenten und noch mehr Abo’s hast. Stell dir in diesem Fall die Frage, ob du zwei Wochen auf Instagram verzichten könntest (oder probiere dies sogar aus).

Falls du uns über Instagram deine Kunst zeigen willst, du findest uns als roja_jugendarbeit – gerne werden wir ein Abonnent von dir!

Kinderbücher zum Thema „Neue Medien“

In letzter Zeit wurde ich mehrmals gefragt, welche Bücher sich zum Thema „Neue Medien“ für jüngere Kinder eignen. Hier nun eine kleine Auswahl an guten Büchern. Unser Praktikant, Jérôme Wittwer hat sie für mich zusammengefasst.

Gerne dürfen mittels Kommentar weitere Bücher empfohlen werden.

 

Das schlaue kleine Stinkerchen und das Internet – Nicola Hollenbach
Nicola Hollenbachs Werk ist ein sehr geeignetes Buch, um sehr jungen Kindern die Gefahren des Internets näher zu bringen. Barnabas, der Schurke der Geschichte, verkörpert die Gefahr des Internets auf eine Art und Weise, wie sie auch Kinder nachvollziehen können und Interesse daran finden. Die Sorgen und Geschichten des Buches behandeln aktuelle problematische Themen, die auf eine leicht verständliche und spielerische Art einem Kind nahe gelegt werden. Von den Gefahren der Spuren im Internet und gefälschten Identitäten, Internetsucht bis zu finanziellen Fallen und Privatsphäre ist in diesem kleinen Buch alles vorhanden, was ein Kind über die Gefahren und den Umgang des Internets wissen muss.
Erschienen 2010, ISBN 3-935116-37-3

 

Pixi Wissen, Internet: Richtig surfen und chatten – Brigitte Hoffmann und Sebastian Coenen

Dieses Büchlein eignet sich für Grundschulkinder, da es das wichtigste über die Grundfunktionen von Computer und Internet beinhält. Die Lerninhalte werden mit unterhaltenden Übungen und Rätsel ergänzt und machen das Internet zu einem Lernspass. Fachausdrücke und komplexere Themen des Internets werden angesprochen und es wird zudem immer auf verlässliche Internetseiten verwiesen, bei denen man Tipps nachlesen kann. Zusammen mit dem zusätzlichen Mini-Lexikon, bildet das Büchlein ein kompaktes Lehrmittel für den Umgang mit dem Internet.

Erschienen 2010, ISBN 3551240914

 

Mia, die Computermaus – Renate van Rutte, Christian Schüller, Wibke Brandes
Die Computermaus informiert weniger über den Umgang mit neuen Medien, sondern ist eher dafür gedacht sehr junge Kinder auf das Thema Computer und Computerspiele aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Die Geschichte handelt von einer Computermaus, die sich unabhängig macht und vielerlei spannende Geschichten erlebt. Ein geeignetes Buch zum Vorlesen.

Erschienen 2010, ISBN 3854521510

 

 

 

 
Falsche Freundschaft- Gefahr aus dem Internet – Brigitte Blobel
Brigitte Blobel konzentriert sich mit ihrer Geschichte vor allem auf die Gefahren des Chattens. Der11 jährige Yannick erhält einen Computer und ist sofort in dessen Bann gezogen. Yannick vernachlässigt seine sozialen Kontakte, in dem er sich lieber Freunde aus dem Internet sucht. Als er dann einen Freund namens „Kaktus“ in einem Kinderchat gefunden hat, mit dem er alles teilt und ihm alles erzählen kann, nimmt die Geschichte fast ein unschönes Ende. Sein Chatfreund stellt sich am Ende als pädophiler Straftäter heraus.
Einerseits wird hier die Thematik Internetsucht, andererseits aber auch die Gefahren des Chattens angesprochen. Die Geschichte zeigt deutlich, dass nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch soziale Kompetenzen eine wichtige Rolle für den richtigen Umgang in Chatrooms spielen. Alles in Allem ist es ein empfehlenswertes Buch, dass vielleicht etwas dicker, aber durch die tolle Schreibweise sehr einfach zu lesen ist. Besonders spannend ist das Lesen der Chatverläufe. Anhand kleiner alarmierenden Aussagen oder Fragen von „Kaktus“ kann man bereits feststellen , dass etwas nicht in Ordnung ist und versteht, wie der Mann wichtige Informationen erschleichen kann um Yannick schlussendlich aufzufinden. Die Chatverläufe im Buch können besonders gut klar machen, wie sich Jugendliche in einer Konversation über Chat verhalten sollten und auf was sie achten müssen.

Erschienen 2012, ISBN 3401027832

 

Der TV-Gucki – Bärbel Spathelf, Suzanne Szesny
Mit spielerischen Bildern und bescheidenen Texten ist dieses Bilderbuch gut geeignet Kindern verständlich zu machen, dass ein Überkonsum von Fernsehen oder sonstigen Medien negative Einflüsse auf das soziale Leben und die Gesundheit haben kann. Philip sieht zu viel Fern und spielt zu viel Videospiele wodurch seine Leistungen im Fußballteam nachlassen . Als die Mutter klar begrenzte Fernsehzeiten einführt, wird Phillip wieder besser, da er mehr trainieren kann. Das Bilderbuch ist für jüngere Kinder sehr geeignet und hat einen pädagogisch Wertvollen Inhalt.

Erschienen 2005, ISBN 3865590071

Projekt „Street Story“

Die Jugendlichen werden in unserer Kultur sehr oft als problematisch wahrgenommen.  Sie bewegen sich im öffentlichen Raum, „besetzten“ Plätze und Räume und leben anscheinend ihre Träume aus.

Die Jugendarbeit will sich ihren Bedürfnissen annehmen, Jugendkommissionen sind gewillt ihnen Raum zu geben, Gemeinden stellen Geld zur Verfügung …, was fehlt, sind einzig und alleine das konkrete Wissen um ihre Wünsche.

„Erzähle mir etwas, und ich werde es vergessen.

Zeige mir etwas, und ich werde mich vielleicht nicht daran erinnern.

Beteilige mich, und ich werde verstehen.“

Sprichwort der amerikanischen Ureinwohner

ss2Im Rahmen meiner Ausbildung zum Erlebnispädagogen NDS HF bin ich dieser Thematik mit „Neuen Medien“ nachgegangen. Ich wurde dabei in meiner Überzeugung gestärkt, dass eine neutrale nicht wissende Begleitung der Jugendlichen in ihrem Sozialraum mit einer Filmkamera das Feld dieser Bedürfnisabklärung erweitert. In meiner Diplomarbeit habe ich das Projekt „Street Story“ ausgearbeitet und im Feld getestet. Gerne stelle ich hier diese Arbeit Interessierten zur Verfügung.

 

Kurzbeschrieb der Methode „Street Story“

  1. Im Jugendtreff, einem Projekt oder über Soziale Netzwerke (Bsp. Facebook) wird im ersten Schritt ein Jugendlicher dazu motiviert, einem Jugendarbeiter seine Welt, sein Dorf mit all seinen „Spielplätzen“ und mit ihnen einher gehende Wünsche vor laufender Kamera zu zeigen bzw. darstellen.
  2. Im zweiten Schritt wird der Jugendliche zusammen mit dem Jugendarbeiter den groben Filmplan und den Ausgangsort des Filmens besprechen (Screenplay).
  3. Im Shooting (Dreh) wird nun während zwei bis drei Stunden prozessorientiert gefilmt.
  4. Anschliessend wird das gefilmte Material im Jugendbüro mit dem Jugendlichen gesichtet, ein Filmziel und ein Zielpublikum definiert, sowie danach der Film geschnitten (Cut).
  5. Der fertige Film wird nun einer vom Jugendlichen definierten Gruppe gezeigt.

ss1Gerne würde ich an dieser Stelle ein Youtube Link zu den entstandenen Filmen platzieren. Da aber immer die Jugendlichen entscheiden, in welcher Form die Filme veröffentlicht werden, habe ich diesbezüglich keine Rechte.

Der in der Arbeit genannte Film wurde unter anderem dem lokalen Gemeinderat gezeigt und hat diesen immerhin zum Nachdenken angeregt. Für uns Jugendarbeiter/innen gab er Aufschluss über wichtige Plätze, die wir noch  drei Jahre später zeitweise aufsuchen.

Schulmodul zu Neuen Medien – ein Beispiel

Ich wurde in der letzten Zeit oft gefragt, „Wie geht ihr zum Thema Neue Medien in die Schulen“. Im vorliegenden Beitrag werde ich unser Modul „Ich und das Netz – Praktische Tipps“, welches wir von der 5. bis zur 7. Klasse anbieten, vorstellen. Das Modul besteht aus einem Teil mit der Schulklasse und einem Elternabend im Anschluss.

Wer nach lesen dieses Textes gerne mehr darüber erfahren möchte, darf sich direkt mit mir in Verbindung setzen.

Beschrieb „Ich und das Netz – praktische Tipps“
Jugend online und Neue Medien – Kompetenzen erwerben im Umgang mit Social Communities, Chat, Apps, Youtube, etc.

Zielsetzung:

Kennenlernen und Informationen erhalten über…

  • Grundsätze und Regeln im Internet
  • Werkstattarbeit zu Themen wie „Soziale Netzwerkseiten“, „Handy“, „Gamen“, „Chat“, „Fotos 
im Netz“, „Videos und Musik“, „Spuren im Netz“, „Internet allgemein“
  • Verhaltensregeln bei Vorkommnissen; rechtliche Aspekte
  • Die SuS (Schülerinnen und Schüler) kennen das Angebot der Jugendarbeit, um sich bei Problemen Hilfe zu holen

Pädagogische Zielsetzungen
:

  • Die SuS reflektieren ihr eigenes Verhalten im und mit dem Netz
  • Die SuS wissen um ihre notwendigen Verbesserungenschritte und können diese alleine umsetzen
  • Jede Klasse erarbeitet für sich einen „Netz-Codex“, welcher ihre internen und eigenen Abmachungen 
untereinander im Zusammenhang mit dem Internet festhält; der „Netz-Codex“ hängt im
 Klassenzimmer
  • Die SuS erarbeiten Wissen und präsentieren dieses der Klasse und anhand von Plakaten den Eltern am
 Elternabend

Methoden
:

  • Gruppenarbeiten und –spiele; Einzelarbeiten
  • Film „Netzangriff“ 45’; diverse Kurzfilme je nach Werkstattschwerpunkte
  • Werkstätte zu den einzelnen Themen, die immer auch miteinander in Verbindung stehen
  • Referat der Fachpersonen
  • Allenfalls Rollenspiele, Bewegungssequenzen, Aktivierungsspiele
  • Auswertung, Komplimente und Stärkung der Gruppe(n) anhand des „Netz-Codex“

Zeitaufwand:

5 bis 
6 Lektionen

Ablauf:

Warming up

  • Sich gegenseitig kennenlernen
  • Interaktionsspiel zur Frage: „Welches Potential ist im Bezug zu den Neuen Medien bei den SuS vorhanden?“
  • aktueller Kurzfilm, z.B. „Steffi gefällt das
  • Anliegen und Fragen aus den Klassen sammeln (In 2er oder 3er Gruppen, geschlechtergetrennt aufschreiben)

Film „Netzangriff“ 1. Teil – Problemlage

  • Erkennen von Konsequenzen und Problemstellungen bei Nichteinhalten von Grundsätzen und Regeln im Internet

Werkstätte zu Themenblöcken und anschl. Präsentation vor Klasse

  • Aufgrund der Fragen und Anliegen passend zusammen gestellte Themenblöcke durch die Jugendarbeit
  • Gruppenarbeiten mit Arbeitsblättern, Informationsmaterial, Wissenstools, allenfalls praktischen online Beispielen, usw. zum jeweiligen Themenblock
  • Plakat oder Präsentation erstellen mit den wichtigsten Hinweisen, Merkpunkten, Regeln, usw. und diese der Klasse präsentieren (Plakat wird von Fachpersonen an den Elternabend mitgebracht)

Pause (idealer weise Mittagspause)

Film „Netzangriff“ 2. Teil – Lösungsfindung

  • Handlungsansätze und mögliche Schritte für Jugendliche werden gezeigt

Wissensinput der Fachpersonen

  • Referatsteil; noch nicht genannte Punkte werden aufgegriffen und erklärt
  • Fehlende Antworten geliefert

„Netz-Codex“ der Klasse erarbeiten

  •  Eigene interne Abmachungen schriftlich festhalten und im Klassenzimmer aufhängen (in der Regel 4 bis 6 Abmachungen)

Kurze Auswertung mit Schlussrunde

Haltung der Fachpersonen

Wir gehen davon aus, dass Jugendliche fit sein müssen fürs Internet da dies Medium mittlerweile einen festen Stand in unserer Gesellschaft geniesst. Kinder und Jugendliche müssen stetig und sorgsam auf die Nutzung vorbereitet werden und dies beginnt bereits im Kindesalter, wenn die ersten Spiele gespielt, die ersten Recherchen für die Schule im Internet gemacht werden müssen oder ein Gerät wie beispielsweise der ipod touch den Weg ins Kinderzimmer findet.
Fit sein bedeutet für uns, Wissen haben und anwenden können, Chancen von Onlinemöglichkeiten kennen und gezielt einsetzen, Risiken aufzeigen und benennen und zwischen der realen und virtuellen Welt eine Brücke zu sehen, die es immer wieder zu überqueren gilt.
In der Oberstufe sollten Schüler/innen selbständig im Internet recherchieren und sich von „gefährlichen“ Inhalten distanzieren können.
Wichtiges Leitmotiv: zuerst ÜBERLEGEN, dann KLICKEN! oder entsprechend NICHT KLICKEN oder WEGSCHAUEN!

Der Computer, Fernseher und das WLAN gehören nicht ins Kinderzimmer und ipods oder Smartphones brauchen diesbezüglich entsprechende Regeln und Kontrollen!
Im Jugendzimmer dagegen sind klare Abmachungen oder kleine Verträge zwischen Eltern und Jugendlichen über Onlinezeiten, erlaubten und nicht erlaubten Seiten oder Kontrollen/ Konsequenzen bei Vertrauensbruch oder Misstrauen empfehlenswert und sinnvoll.
Wichtiges Leitmotiv: Kindersicherungen sind eine Möglichkeit Grenzen zu setzen – Gespräche und Verhandlungen besser!

Modalitäten Voraussetzungen

  • Die Lehrpersonen haben vom Angebot der Regionalen Offenen Jugendarbeit Kenntnis und wissen welche Inhalte die Jugendarbeit abdecken kann.
  • Die Lehrpersonen betten das Modul „Ich und das Netz – praktische Tipps“ in ihre Arbeit zu diesem Thema wenn immer möglich ein.
  • Die Fachpersonen der regionalen Jugendarbeit übernehmen im Modul nicht die Rolle der Lehrperson sondern bieten eine Ergänzung und eine Vertiefung des Themas „Neue Medien“ an.
  • Diese Einheit wird nicht benotet.
Leistungen
Das Angebot der Jugendfachstellen ist in den jeweiligen Anschlussgemeinden für die Schulen kostenlos. Es ist integrierter Bestandteil der ASIV (Verordnung über die Angebote der sozialen Integration des Kantons Bern) und somit Auftrag der Jugendarbeit. Allfällige Kosten für Infomaterial und Broschüren, usw. gehen zulasten der Jugendfachstelle.

Elternabend

Der Elternabend im Anschluss dauert in der Regel 2 Stunden. Nach einem Kurzen Einstieg mit einem Referat über die Themenbereiche der Neuen Medien in der Pädagogik (ca. 15 Minuten) besichtigen die Eltern die Plakate der SuS.

Im Anschluss sammeln wir mit Hilfe eines für alle sichtbaren Mindmap die Fragen der Eltern. Im darauf folgenden Referatsteil gehen wir nur auf diese Fragen ein. Dabei verzichten wir auf eine Umfassende Information aller relevanten Themenbereichen.

Am Schluss stellen wir noch einige Bücher und Broschüren vor und erläutern den „Netz Kodex“ der Klasse.

Diese Form der Elternabende haben den Vorteil, dass Eltern zusammentreffen, die im Alltag oft mit den Selben Themen zu tun haben (ihre Kinder gehen zusammen in die selbe Klasse). So erstaunte es uns nicht, dass auch die Fragen oft sehr ähnlich waren.

Fotos im Kanton Bern publizieren – ein Nachtrag…

Im Kanton Bern gelten spezielle Bestimmungen was das publizieren von Fotos im Internet anbelangt (ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema findet man hier). In der Datenschutzverordnung des Kanton Bern steht unter Art. 2:

Werden Personendaten mittels automatisierter Informations- und Kommunikationsdienste zwecks Information der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so stellt die verantwortliche Behörde sicher, dass die Rechtsgrundlage auch die Datenbekanntgabe ins Ausland erlaubt.

So hat uns Frau Meuwly, Rechtsanwältin der Datenschutzaufsichtsstelle des Kanton Bern auf folgendes hingewiesen:

Selbst wenn für eine Veröffentlichung von Bildern im Internet eine Zustimmung vorliegt, genügt diese für eine dauernde Aufschaltung jedoch nicht. Eine Veröffentlichung im Internet stellt immer auch eine Datenbekanntgabe ins Ausland dar. Hierfür ist gemäss Art. 2 der Datenschutzverordnung (DSV; BSG 152.040.1; abrufbar hier) eine gesetzliche Grundlage erforderlich.

Wie man auf Ihrer Homepage erkennen kann, sind bereits Bilder von teils erkennbaren Kindern und Jugendlichen aufgeschaltet. Wollen Sie diese Praxis beibehalten, werden Sie daher eine solche Rechtsgrundlage noch schaffen müssen (Reglement der Sitzgemeinde).

Was uns freute, war der Hinweis, dass Jugendliche mit 12 Jahren bereits urteilsfähig sind betreffend dem veröffentlichen von Fotos in Printmedien und es hierzu nicht mehr braucht als deren Einwilligung. Auch hierzu das Zitat von Frau Meuwly:

Damit jemand selbständig seine Datenschutzrechte wahrnehmen kann (hier: Einwilligung in die Veröffentlichung des eigenen Bildes), muss er urteilsfähig sein. Mündigkeit ist nicht erforderlich. Eine Einwilligung in die Veröffentlichung von Bildern ist erforderlich, sobald eine Person erkennbar ist. Ob sie dabei nur „Beiwerk“ ist, spielt keine Rolle.

Die Urteilsfähigkeit ist eine relative Grösse und muss in Bezug auf die jeweiligen Lebensumstände unterschiedlich beurteilt werden. Es kommt daher darauf an, ob die Bilder für die Hauszeitung (nur auf Papier) oder für eine Publikation im Internet vorgesehen sind. Bei einer Publikation in der Hauszeitung dürfte die Urteilsfähigkeit mit 12 Jahren gegeben sein. Die faktische Bedeutung des Umfeldes „Internet“ zu erkennen (weltweite Datenbekanntgabe, Daten „ewig“ vorhanden), setzt hingegen eine gewisse Lebenserfahrung voraus. Sodann kann bei Jugendlichen eine „gewisse Euphorie“ dazu führen, dass trotz Einsicht in die negativen Folgen einer Datenbekanntgabe via Internet die positiven Folgen überbewertet werden. Im Umfeld von Jugendlichen kann zudem ein „Gruppendruck“ bestehen. Es ist somit davon auszugehen, dass Unter-16-Jährigen die Urteilsfähigkeit für eine Zustimmung zu einer Veröffentlich ihres Bildes auf Internet fehlt. Es bedarf somit der Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

An dieser Stelle möchten wir Frau Meuwly für die kompetenten Auskünfte danken.